"Frauen leiden stärker unter Wirtschaftskrisen als Männer"

Veröffentlicht am 25.10.2017 in Arbeitsgemeinschaften

"Wenn die Wirtschaft kriselt, bleiben Frauen und Gleichstellung offenbar auf der Strecke", so kommentiert die SPD-Europaabgeordnete Maria Noichl das Ergebnis des Gleichstellungsindex des Europäischen Instituts für Gleichstellung, der am Mittwoch, 11. Oktober, veröffentlicht wurde. Demnach kommt die Europäische Union auf 66,2 von 100 möglichen Punkten und hat damit in den letzten zehn Jahren nur vier Punkte hinzugewonnen. Während Schweden mit 82,6 Punkten den ersten Platz in der EU in Sachen Gleichstellung belegt, nimmt Griechenland mit einer halb-erreichten Gleichstellung, also 50 Punkten, den letzten Platz ein.

"Seit Jahren stehen viele der Mitgliedstaaten und auch die EU selbst, was konkrete und effektive Gleichstellungsmaßnahmen angeht, auf der Bremse. In Griechenland bewahrheitet sich zudem, was wir immer befürchtet haben: Frauen leiden im Verhältnis zu Männern stärker unter Wirtschaftskrisen. Denn während sich die Situation der Frauen in der EU generell zumindest leicht verbessert hat, stagniert sie in diesem südeuropäischen Land seit einigen Jahren. Die Frauen und die Gleichstellung in Griechenland wurden dem Sparzwang geopfert", sagt Maria Noichl, die Frauenrechtsexpertin der SPDEuropaabgeordneten.
Deutschland liegt mit 65,6 Punkten im Mittelfeld, schneidet aber in den Bereichen "Teilhabe in Entscheidungspositionen‟ und "Bildung‟ unterdurchschnittlich ab. "Gerade in Bezug auf Führungs- und Entscheidungspositionen haben wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten in den vergangenen Jahren wichtige Maßnahmen durchgesetzt, aber dabei immer wieder betont, dass wir noch mehr wollen.
Heute wird einmal mehr deutlich, dass Deutschland Nachholbedarf hat: Nur eine Gesellschaft, die das volle Potenzial ihrer Frauen ausschöpft und richtungsweisende Entscheidungen durch sie gestalten lässt, wird auch eine zukunftsfähige Gesellschaft sein", betont Maria Noichl.

 

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