Grundrente erkennt die Lebensleistung von Frauen an

Veröffentlicht am 02.03.2019 in Allgemein

Die Arbeitsgemeinschaft der SPD-Frauen schickt einen großen Dank an Hubertus Heil für seinen Vorschlag zur Grundrente. Mit ihr wird die Lebensleistung von Frauen endlich anerkannt und Frauen werden besser vor Altersarmut geschützt.

Mindestens 35 Jahre Beitragszeit soll die Voraussetzung sein, um die sogenannte Grundrente zu erhalten. Dazu sollen nicht nur die Zeiten der Erwerbstätigkeit außer Haus, sondern auch bis zu zehn Jahre Erziehungszeit pro Kind sowie Zeiten der Pflege, zählen. Damit erkennt die Gesellschaft die wichtige gesellschaftliche Leistung von Millionen von Frauen an, und mindert die dadurch entstandenen Nachteile in der eigenständigen Altersversorgung von Frauen.

Die Grundrente soll allen Frauen zu Gute kommen und ohne Bedürftigkeitsprüfung ausgezahlt werden. Und das ist richtig so. Denn eine Anerkennung von Lebensleistung muss vom Einkommen des Partners oder der Partnerin unabhängig sein.

Die Grundrente ist auch ein Ausgleich für geschlechtsspezifische Benachteiligungen auf dem Arbeitsmarkt: schlechtere Bezahlung, lange Teilzeitphasen (auch wegen fehlender Kinderbetreuungsmöglichkeiten) sowie fehlende Aufstiegsmöglichkeiten werden mit der Grundrente zumindest ein Stück weit ausgeglichen.

Die Grundrente ist keine Grundsicherung, sondern der Einstieg in eine eigenständige Altersversorgung für viele Frauen.

Hierzu erklärt die Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) Maria Noichl:

„Das Ziel ist wichtig, der Weg richtig und praktikabel. Besonders Frauen werden von der Grundrente profitieren. Damit ist die Grundrente auch ein wichtiger Schritt, die Auswüchse einer noch immer nicht gleichgestellten Gesellschaft einzudämmen.

Es ist gut, dass eine Friseurin, die 40 Jahre auf dem Niveau des Mindestlohns voll gearbeitet hat, statt 512 Euro Rente in Zukunft mit 960 Euro Grundrente nach Hause gehen kann. Das ist kein Reichtum, sondern das absolute Minimum, das wir Menschen schuldig sind. Denn gerade Frauen wurde meist ein angemessener Lohn über ihr Arbeitsleben hinweg vorenthalten.“

Die Grundrente hat, so stellt es der Bundesvorstand der ASF klar, erst in zweiter Linie etwas mit Geld zu tun. In erster Linie sei es ein Stück Würde, das gerade den Frauen zurückgegeben wird.

Dass CDU und CSU mit der Abschaffung des Solis die oberen Einkommen um 10 Milliarden Euro entlasten wollen und gleichzeitig die Grundrente als nicht finanzierbar abtun, zeigt welchen Stellenwert die Lebensleistung von Frauen für die Union hat.

Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen, geht mit ihren Forderungen noch weiter. Die Folgen von Benachteiligungen auf dem Arbeitsmarkt müssten weiterhin nicht nur abgemildert, sondern die Gesellschaft insgesamt gerechter gestaltet werden.

Deshalb fordert die ASF

  • Lohnungerechtigkeit zwischen Männer und Frauen zu beseitigen,

  • Partnerschaftlichkeit in der Aufteilung von Haus-, Betreuungs- und Pflegearbeit zu fördern,

  • die Segregation auf dem Arbeitsmarkt zu beseitigen und Berufe, in denen hauptsächlich Frauen beschäftigt sind, endlich angemessen zu entlohnen

  • Gleiche Karrierechancen für Frauen und Männer und

  • Gewalt gegen Frauen zu beenden.

 

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