Gesetzentwurf zur Änderung des Bayerischen Gleichstellungsgesetzes :Frauenquote muss sich durchsetzen

Veröffentlicht am 21.04.2010 in Landespolitik

Die Deutsche Telekom hat es soeben vorgemacht: Mittels betriebsinterner Frauenquote sollen bis Ende 2015 bereits 30 Prozent der mittleren und oberen Führungspositionen mit Frauen besetzt sein. Bei diesem Vorstoß in Sachen Gleichstellung darf es nach Ansicht von Dr. Simone Strohmayr, frauenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, allerdings nicht bleiben. Die Politikerin fordert die flächendeckende Einführung der Quotierung in der Wirtschaft, in der Politik, im öffentlichen Dienst und an den Hochschulen sowie die Beseitigung geschlechtsbedingter Lohnunterschiede.

Strohmayr hat daher einen Gesetzentwurf zur Änderung des Bayerischen Gleichstellungsgesetzes eingereicht. Damit soll erreicht werden, dass im öffentlichen Dienst in Bayern bei gleicher Eignung Frauen bevorzugt in den Bereichen eingestellt werden, in denen sie unterrepräsentiert sind. In Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen wird die Quotierung bei der Einstellung und Beförderung bereits angewandt, um eine deutliche Erhöhung des Frauenanteils zu erreichen. „Der öffentliche Dienst muss hier mit gutem Beispiel voran gehen und dafür sorgen, dass Führungspositionen nicht länger männlich dominiert sind und dass Frauen in Sachen Gehalt endlich auf Augenhöhe mit Männern stehen", fordert Strohmayr.

Auch in der öffentlichen Verwaltung muss nach Auffassung der Abgeordneten noch viel getan werden. Dort ist zwar seit Einführung des Bayerischen Gleichstellungsgesetzes im Jahr 1996 der Frauenanteil im höheren Dienst von 24,5 Prozent auf 34,2 Prozent gestiegen. „Das ist durchaus erfreulich. Doch wenn es mit der Gleichstellung weiterhin in einem solchen Schneckentempo vorangeht, dann müssen wir noch gute 20 Jahre warten, bis insbesondere im höheren Dienst 50 Prozent erreicht sind", befürchtet Strohmayr.

Zugleich appelliert die Politikerin an die Privatwirtschaft, mehr Frauen einzustellen und ihnen in den Betrieben bessere Aufstiegschancen einzuräumen, statt sich über den Fachkräftemangel zu beklagen. „Frauen erzielen oft die besseren Bildungsabschlüsse. Dieses Know-how muss man doch nutzen", fordert die Landtagsabgeordnete.

 

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