Richtlinie zum Mutterschaftsurlaub veraltet

Veröffentlicht am 15.06.2016 in Gesundheit

Die Richtlinie zum Mutterschaftsurlaub ist mittlerweile 32 Jahre alt und sollte eigentlich, so war zumindest der Plan, selbst Nachwuchs in Form einer gründlichen Überarbeitung bekommen haben. Leider haben die Mitgliedstaaten mit ihrer gleichgeschlechtspolitischen Blockade dies erfolgreich verhindert. Auch die Richtlinie über die Elternzeit stammt aus dem Jahr 1996, wurde zwar im Jahr 2010 angepasst, doch ist der Reformbedarf auch hier unübersehbar.

Galten die Richtlinien in den neunziger Jahren noch als modern, so wurden sie von der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung innerhalb der Europäischen Union längst überholt. Deshalb hatte die Europäische Kommission erst im Sommer 2015 ihren "Fahrplan“ für die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben veröffentlicht, in der der familienbedingte Urlaub eine Schlüsselrolle einnehmen sollte. Seither herrscht leider völlige Funkstille.

Dabei hat sich die Europäische Union die Gleichstellung der Geschlechter und damit verbunden die gerechte Verteilung der familiären Pflichten nicht nur auf die Fahne, sondern insbesondere in die Europäischen Verträge geschrieben.

Außerdem ist der wirtschaftliche Vorteil einer höheren Erwerbstätigkeit von Frauen nicht von der Hand zu weisen und im Hinblick auf die Strategie "Europa 2020", die eine Beschäftigungsquote der Frauen von 75% vorsieht, von allergrößter Bedeutung.

 

In seinem Bericht zur Umsetzung der Elternzeit haben die Abgeordneten des Europäischen Parlaments mehrheitlich festgestellt, dass die Unterschiede bei der Ausgestaltung der Elternzeit durch die einzelnen Mitgliedstaaten ganz erheblich sind. Auch wird Elternzeit je nach Geschlecht sehr unterschiedlich in Anspruch genommen. So nehmen nur ungefähr 10 Prozent der Väter mindestens einen Tag Elternzeit, während 97 Prozent der erwerbstätigen Mütter Elternzeit in Anspruch nehmen. Signifikanter können Unterschiede kaum sein.

 

Das Europäische Parlament hat die Europäische Kommission und die Sozialpartner jetzt aufgefordert,

- die Möglichkeit einer angemessenen Verlängerung der Mindestdauer der Elternzeit von vier auf sechs Monate zu prüfen, um endlich eine bessere Vereinbarkeit von Familien- und Berufsleben zu gewährleisten;

- die Rechtsvorschriften über Elternzeit gründlich zu überarbeiten und in Bezug auf Dauer, Vergütung, Übertragbarkeit und Anwendungsbereich zu erweitern;

- die Rechtsvorschriften zum Mutterschaftsurlaub neu zu überarbeiten und darin Rechtsvorschriften zum Vaterschaftsurlaub aufzunehmen;

 

Den vollständigen Bericht findet ihr unter:

http://www.europarl.europa.eu/sides/getDoc.do?type=REPORT&reference=A8-2016-0076&language=DE

 

Veranstaltungstipps

14.06.2021, 19:00 Uhr - 21:00 Uhr
Einladung_Diskussion_Klimaschutz&Mobilität

online-kostenlos - Anmeldung FRIEDRICH EBERT STIFTUNG
https://www.fes.de/index.php?eID=dumpFile&t=f&f=64774&token=8964c7c681d29decc421b8a9bc82e98e1a73258f

16.06.2021 - 16.06.2021
Film "Der marktgerechte Mensch"

Gerbrunn - Präsenz
Anmeldung, entweder telefonisch bei Hilde Herold (0931 707903) oder per E-Mail bei Clemens Kuebart ( cl …

16.06.2021, 18:00 Uhr - 20:00 Uhr
Dialog digital „Covid19 – Wie hängen Pandemie, Klimawandel und Landwirtschaft zusammen?“

online-kostenlos - Facebook
Facebook-Kanal

01.07.2021 - 01.07.2021
Vortrag "Wirtschaften: Gerecht, solidarisch, nachhaltig. Utopie oder Realität"

Gerbrunn - Präsenz
Anmeldung, entweder telefonisch bei Hilde Herold (0931 707903) oder per E-Mail bei Clemens Kuebart ( cl …

01.07.2021, 17:00 Uhr - 19:00 Uhr
Vorstellung der FES-Mitte-Studie: Die geforderte Mitte

online-kostenlos - Anmeldung FRIEDRICH EBERT STIFTUNG
bayern@fes.de

Mehr Termine

WebSozis

Soziserver - Webhosting von Sozis für Sozis WebSozis

Counter

Besucher:422665
Heute:25
Online:1